Deutsche Rebsorten rot: Die wichtigsten Rotweinrebsorten im Überblick
In Deutschland werden über 100 Rebsorten angebaut, davon rund 35 rote. Die wichtigsten deutschen Rotweinrebsorten sind Spätburgunder, Dornfelder, Portugieser, Lemberger, Trollinger, Schwarzriesling und Regent. Spätburgunder ist mit rund 37 Prozent der roten Anbaufläche die bedeutendste deutsche Rebsorte rot.
Deutschland gilt als Weißweinland. Das stimmt, aber nur zur Hälfte. Rund 31 Prozent der deutschen Weinberge tragen rote Rebsorten, und die Qualität dieser Rotweine hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Wer die wichtigsten deutschen Rebsorten rot kennt, versteht, warum deutsche Rotweine international immer mehr Aufmerksamkeit erhalten. Diese Liste gibt den vollständigen Überblick.
Deutsche Rotweinrebsorten: Zahlen, Flächen und Entwicklung
Auf rund 105.000 Hektar Weinbaufläche in Deutschland entfallen laut Deutschem Weininstitut etwa 32.000 Hektar auf rote Rebsorten, das entspricht einem Anteil von rund 31 Prozent. Noch in den 1980er Jahren lag dieser Anteil deutlich niedriger. Der Klimawandel hat die Bedingungen für den Rotweinanbau in Deutschland verbessert: Wärmere Sommer und mildere Herbste ermöglichen bessere Reifebedingungen, besonders für Spätburgunder und Lemberger. Die deutsche Rebsorten Liste umfasst insgesamt über 140 Sorten, aber nur etwa zwei Dutzend davon haben echte Marktbedeutung.
Die folgende Tabelle zeigt die sieben wichtigsten roten Rebsorten Deutschlands nach Anbaufläche, Hauptregion und typischem Geschmacksprofil auf Basis der Daten des Deutschen Weininstituts (2022/2023).
|
Rebsorte |
Anbaufläche (ha) |
Anteil rote Sorten |
Hauptregion |
Geschmacksprofil |
|---|---|---|---|---|
|
Spätburgunder |
ca. 11.800 |
~37% |
Ahr, Baden, Rheinhessen, Pfalz |
Kirsche, Erdbeere, Pilze, feine Tannine |
|
Dornfelder |
ca. 8.000 |
~25% |
Pfalz, Rheinhessen |
Sauerkirsche, Brombeere, Schokolade, Lakritze |
|
Portugieser |
ca. 4.500 |
~14% |
Rheinhessen, Pfalz |
Helle Früchte, mild, leichter Körper |
|
Trollinger |
ca. 2.400 |
~7% |
Württemberg |
Sauerkirsche, Hagebutte, Himbeere, leicht |
|
Lemberger |
ca. 2.200 |
~7% |
Württemberg |
Pflaume, Brombeere, Pfeffer, Schokolade |
|
Schwarzriesling |
ca. 2.200 |
~7% |
Württemberg |
Rote Beeren, fein, mittelleichter Körper |
|
Regent |
ca. 2.000 |
~6% |
Rheinhessen, Franken |
Dunkle Beeren, würzig, gerbstoffreich |
Spätburgunder und Dornfelder dominieren die deutschen roten Sorten mit deutlichem Abstand. Trollinger, Lemberger und Schwarzriesling sind fast ausschliesslich in Württemberg beheimatet, während Portugieser und Regent vor allem in Rheinhessen und der Pfalz wachsen.
Die 7 wichtigsten deutschen Rotweinrebsorten im Profil
Die deutschen Rotweine Rebsorten unterscheiden sich erheblich in Charakter, Körper und Einsatzbereich. Vom eleganten, lagerfähigen Spätburgunder bis zum leichten, alltagstauglichen Trollinger deckt die deutsche Rebsorten Liste rot nahezu jede Geschmacksrichtung ab. Die folgenden Profile geben einen schnellen und praktischen Überblick.
Spätburgunder – Deutschlands eleganter König der Roten
Der Spätburgunder ist die wichtigste deutsche Rotweinrebsorte und weltweit unter dem Namen Pinot Noir bekannt. Mit rund 11.800 Hektar Anbaufläche nimmt er über ein Drittel der gesamten roten Rebfläche Deutschlands ein. Die Traube stammt ursprünglich aus dem Burgund in Frankreich, hat sich aber besonders in der Ahr, in Baden und am Kaiserstuhl als Spitzengewächs etabliert. Spätburgunder-Weine zeigen feine Tannine, eine lebendige Säure und Aromen von Sauerkirsche, Erdbeere und mit zunehmendem Alter von Pilzen, Unterholz und Gewürzen. Gute Jahrgänge können zehn bis zwanzig Jahre reifen.
Dornfelder – fruchtig, kräftig, typisch deutsch
Der Dornfelder ist eine relativ junge Rebsorte: Der deutsche Diplom-Landwirt August Herold kreuzte sie 1955 an der Weinbauschule Weinsberg aus Helfensteiner und Heroldrebe. Trotzdem ist Dornfelder heute mit rund 8.000 Hektar die zweitwichtigste rote deutsche Rebsorte. Die Stärken dieser Sorte liegen in ihrer intensiven, fast schwarzroten Farbe und dem fruchtigen Geschmack nach Sauerkirsche, Brombeere und manchmal Schokolade oder Lakritz. Im Barrique ausgebaut entwickelt Dornfelder zusätzliche Tiefe und Struktur.

Lemberger – der unterschätzte Württemberger
Lemberger, in Österreich und Osteuropa als Blaufränkisch bekannt, ist die Paradensorte Württembergs und eine der charakterstärksten deutschen Rebsorten rot. Mit rund 2.200 Hektar Anbaufläche ist er flächenmäßig kleiner als Spätburgunder oder Dornfelder, aber qualitativ auf höchstem Niveau. Typisch für Lemberger sind Aromen von Pflaume, Brombeere, Pfeffer und dunkler Schokolade, kombiniert mit einer kräftigen Tanninstruktur und guter Säure. Gut ausgebaute Lemberger von Württemberger Spitzenwinzern sind international ausgezeichnet.
Trollinger – leicht, frisch, schwäbisch
Der Trollinger ist so eng mit Württemberg verbunden wie kaum eine andere deutsche Rebsorte mit ihrer Region. Fast die gesamte Anbaufläche dieser roten deutschen Rebsorte liegt in Württemberg, wo er auf rund einem Fünftel der gesamten Weinbaufläche wächst. Unter dem Namen Vernatsch ist er auch in Südtirol bekannt. Der Name leitet sich wahrscheinlich von "Tirolinger" ab. Trollinger-Weine sind leicht, frisch und unkompliziert, mit Aromen von Sauerkirsche, Hagebutte und Himbeere. Sie passen ideal zu schwäbischen Alltagsgerichten oder einem sommerlichen Grillfest.
Schwarzriesling – stille Stärke aus Württemberg
Der Schwarzriesling, in Frankreich als Pinot Meunier bekannt, ist eine Mutation des Pinot-Stamms und gehört damit zur Burgunderfamilie. In Württemberg wird er seit Jahrhunderten kultiviert. Die Weine sind leicht bis mittelschwer mit feinen Aromen von roten Beeren und einer angenehmen Frische. Im Champagner ist Pinot Meunier als Cuvée-Partner unverzichtbar, was dieser deutschen Rebsorte rot eine interessante internationale Verbindung verleiht.
Portugieser – der zugängliche Alltagsrotwein
Der Portugieser gehört trotz seines Namens zu den alten deutschen Rebsorten rot und stammt ursprünglich aus der Untersteiermark, nicht aus Portugal. Mit rund 4.500 Hektar belegt er Platz drei in der deutschen Rebsorten Liste. Seine Stärke liegt in der Zugänglichkeit: Portugieser-Weine sind leicht, mild und fruchtig, mit heller Farbe und sehr niedrigem Tanningehalt. Häufig wird aus Portugieser-Trauben auch Weißherbst hergestellt.

Regent – die pilzwiderstandsfähige Neuzüchtung
Regent ist eine PIWI-Rebsorte, das heisst pilzwiderstandsfähig und benötigt deutlich weniger Pflanzenschutzmittel als klassische Vitis-vinifera-Sorten. Das macht ihn für den ökologischen Weinbau besonders attraktiv. Mit rund 2.000 Hektar Anbaufläche gewinnt diese rote deutsche Rebsorte vor allem in Rheinhessen und Franken an Bedeutung. Geschmacklich zeigt Regent dunkle Beerenaromen, eine mittlere Tanninstruktur und einen würzigen Charakter.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten roten Sorten im direkten Vergleich zusammen und hilft bei der Kaufentscheidung.
|
Rebsorte |
Körper |
Tannin |
Trinkreife |
Für wen? |
Speisepaarung |
|---|---|---|---|---|---|
|
Spätburgunder |
Mittel |
Niedrig-mittel |
3–15 Jahre |
Feinschmecker, Pinot-Fans |
Wild, Pilze, Lachs, Bergkäse |
|
Dornfelder |
Mittel-kräftig |
Mittel |
2–5 Jahre |
Alltagstrinker, Einsteiger |
Grill, Pasta, Wurst |
|
Lemberger |
Kräftig |
Mittel-hoch |
5–10 Jahre |
Rotwein-Kenner |
Lamm, Wild, reifer Käse |
|
Trollinger |
Leicht |
Niedrig |
1–3 Jahre |
Sommerrotwein-Fans |
Vesper, Antipasti, leichtes Fleisch |
|
Schwarzriesling |
Leicht-mittel |
Niedrig |
2–5 Jahre |
Burgunder-Einsteiger |
Pasta, Geflügel, Pilze |
|
Portugieser |
Leicht |
Sehr niedrig |
1–2 Jahre |
Leichttrinker, Einsteiger |
Vesper, Wurstwaren, Salate |
|
Regent |
Mittel |
Mittel |
2–6 Jahre |
Bio-Wein-Liebhaber |
Gemüsegerichte, Geflügel, Käse |
Für Einsteiger bieten Dornfelder, Portugieser und Trollinger den besten Einstieg. Wer Tiefe und Lagerpotenzial sucht, liegt mit Spätburgunder und Lemberger richtig. Regent ist die erste Wahl für Bio-Weinliebhaber.
Deutsche Rotweinrebsorten nach Anbaugebiet
Die deutschen Rebsorten rot sind regional sehr unterschiedlich verteilt. Nicht jede Sorte gedeiht überall, und viele Sorten sind untrennbar mit ihrer Herkunftsregion verbunden. Wer die deutschen Rotweine Rebsorten verstehen will, muss auch wissen, wo sie wachsen.
Ahr – das nördlichste Rotwein-Terroir
Die Ahr ist das nördlichste Rotweingebiet Deutschlands und trotz ihrer geringen Grösse von rund 560 Hektar eine der renommiertesten Rotweinregionen des Landes. Die steilen Schieferlagen entlang des Ahrtals bieten ideale Bedingungen für Spätburgunder, der hier fast zwei Drittel der Rebfläche ausmacht. Ahr-Spätburgunder gehören zu den teuersten und gesuchten deutschen Rotweinen überhaupt.
Baden – wärmstes Anbaugebiet, Heimat des Kaiserstuhl-Spätburgunders
Baden ist die wärmste Weinbauregion Deutschlands und liegt in der EU-Weinbauzone B, auf gleicher Höhe mit dem Burgund und der Champagne. Besonders am Kaiserstuhl entstehen kraftvolle, mineralische Spätburgunder von internationalem Rang. Auch in der Ortenau und am Bodensee sind charaktervolle Weine aus dieser roten deutschen Rebsorte zu finden.
Württemberg – Trollinger, Lemberger und Schwarzriesling
Württemberg ist die Rotweinregion Deutschlands schlechthin. Mit über 65 Prozent roter Rebfläche ist es das rotweinlastigste aller deutschen Anbaugebiete. Trollinger, Lemberger und Schwarzriesling sind die Identitätssorten der Region. Vor allem Lemberger hat in den letzten Jahren durch eine neue Generation engagierter Winzer einen deutlichen Qualitätsschub erlebt.
Pfalz und Rheinhessen – Dornfelder-Herz Deutschlands
Die Pfalz ist gemessen am Volumen das grösste Rotweingebiet Deutschlands. Dornfelder und Spätburgunder dominieren hier, ergänzt durch Portugieser und internationale Sorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon. Wer die Vielfalt der deutschen Rotweine Rebsorten in der Flasche erleben möchte, findet bei Piemont Express handverlesene Rotweine aus deutschen und internationalen Lagen.

Häufige Fragen zu deutschen Rebsorten rot
Die deutschen Rebsorten rot werfen bei Weinliebhabern immer wieder dieselben Fragen auf. Hier sind die wichtigsten Antworten kompakt zusammengefasst.
Welche ist die wichtigste deutsche Rotweinrebsorte?
Spätburgunder ist mit rund 11.800 Hektar und einem Anteil von etwa 37 Prozent der roten Anbaufläche die wichtigste deutsche Rebsorte rot.
Was ist der Unterschied zwischen Lemberger und Blaufränkisch?
Es handelt sich um dieselbe Rebsorte unter zwei verschiedenen Namen. In Württemberg heisst sie Lemberger, in Österreich und anderen Ländern Blaufränkisch oder Kékfrankos. Die Weine sind kräftig, würzig und lagerfähig.
Ist Dornfelder eine gute Rotweinrebsorte?
Ja, besonders wenn die Erträge begrenzt werden und der Wein im Barrique ausgebaut wird. Dornfelder aus guten Weingütern in der Pfalz überzeugen mit tiefer Farbe, Frucht und Struktur.
Welche deutschen Rebsorten rot eignen sich für Einsteiger?
Portugieser, Trollinger und fruchtige Dornfelder sind ideal. Sie haben wenig Tannin, sind zugänglich im Geschmack und im Preis in der Regel moderat.
Wie lange kann man deutsche Rotweine lagern?
Trollinger und Portugieser sollten innerhalb von ein bis drei Jahren getrunken werden. Dornfelder hält drei bis fünf Jahre. Spätburgunder und Lemberger von guten Lagen können zehn bis zwanzig Jahre oder länger reifen.
Was bedeutet PIWI bei der deutschen Rebsorten Liste?
PIWI steht für pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Sorten wie Regent benötigen deutlich weniger Pflanzenschutzmittel und eignen sich besonders für den ökologischen Weinbau in Deutschland.
Welche deutschen Rotweinrebsorten wachsen in Württemberg?
Württemberg ist die Hochburg der deutschen Rebsorten rot. Trollinger, Lemberger und Schwarzriesling dominieren, ergänzt durch Spätburgunder. Über 65 Prozent der württembergischen Rebfläche ist mit roten Sorten bestockt.
Fazit
Die deutschen Rebsorten rot bieten mehr Vielfalt, als viele vermuten. Von der eleganten Finesse des Spätburgunders bis zur kraftvollen Würze des Lembergers, von der leichten Frische des Trollingers bis zur fruchtigen Tiefe des Dornfelders: Für jeden Rotweinstil gibt es eine passende deutsche Rebsorte. Wer diese Liste kennt, trifft beim nächsten Weinkauf die bessere Entscheidung.