Restzucker
0.99 g/l
Säure
5.83 g/l
Alkohol
14.0 % vol
Region
Toskana
Der 2022er Le Pergole Torte ist genauso großartig wie im letzten Jahr. Tief und ausladend im Glas, mit atemberaubender Tiefe, befleckt der 2022 den Gaumen mit Schichten von dunklen Früchten, Mokka, neuem Leder und Zedernholz. Mit ein wenig Zeit im Glas beginnt der 2022er aufzublühen und führt zu einem Abgang, der im hinteren Teil explodiert. Wie schon seit geraumer Zeit geht es bei den Unterschieden zwischen Montevertine und Pergole Torte zunehmend um den Stil. Der 2022er verbrachte ein Jahr in französischen Eichenfässern von Damy, gefolgt von einem zweiten Jahr in Barriques. Er wird noch einige Jahre brauchen, um seinen Babyspeck loszuwerden, damit er seine volle Ausdruckskraft entfalten kann.
Im Keller wird "sehr traditionell, aber mit moderner Ausrüstung" gearbeitet. Die von Hand geernteten Trauben werden rund ein Monat in Betontanks ohne Temperaturkontrolle mazeriert und dann ein bis zwei Jahre in grossen Fässern aus slawonischer Eiche ausgebaut, nur der sortenreine Sangiovese Le Pergole Torte kommt ein Jahr in französische Barriques und erst danach für ein weiteres Jahr in die großen Fässer.
Martino Manetti führt den unverkennbaren, eigenwilligen und traditionellen Stil seines Vaters mit der Hilfe seiner Önologen Bruno Bini und Paolo Salvi konsequent fort. Sehr erfreulich. Das finden natürlich auch die internationalen Weinkritiker, die jedes Jahr schwärmen und höchste Auszeichnungen vergeben. Wir sind überzeugt, dass auch Sie begeistert sein werden, vor allem, wenn Sie den Weinen nach dem Öffnen etwas Zeit geben.
Abgefüllt durch
Podere Il Carnasciale
Loc. Podere Il Carnasciale, 52021 Mercatale Valdarno, Arezzo, Italien
Winzer
Montevertine
Wenn man heute als Weinliebhaber eine Flasche Le Pergole Torte mit dem charakteristischen Künstler-Etikett vor sich hat, fällt es schwer zu glauben, dass dieses bekannte Weingut vor fünfzig Jahren nur das Feriendomizil eines italienischen Industriellen war, der als Hobby ein paar Flaschen Wein für Freunde produzieren wollte. Und noch unglaublicher ist, dass er nur wissen wollte, ob der auch ganz okay sei und ein paar Flaschen zur Vinitaly nach Verona sandte, die von der Handelskammer Siena dort ausgeschenkt wurden. Er schmeckte wohl schon damals so gut, denn der Zuspruch war enorm und verleitete Sergio Manetti seinen hochdotierten Job an den Nagel zu hängen und Winzer zu werden. Der Rest ist eine unvergleichliche Erfolgsstory. Heute zählen die Weine von Montevertine zu den absoluten Top-Weinen Italiens.
Das Weingut ist mit seinen knapp 18 Hektar immer noch vergleichsweise klein. Nur drei Weine werden aus nur drei Rebsorten produziert. Mit 90% dominiert Sangiovese, dazu kommen noch Colorino und Canaiolo. Keine internationalen Rebsorten, obwohl Montevertine und Le Pergole Torte oft als "Supertuscans" bezeichnet werden. Der dritte im Bunde heißt Pian Del Ciampolo und ist lt. Martino Manetti, dem Sohn des Firmengründers, der 2000 verstarb, quasi ein Zweitwein im Sinne der Bordeaux-Klassifikation. Neben den drei Weinen wird noch in sehr geringer Menge ein erlesenes Olivenöl gepresst und ein feiner Grappa aus den Sangiovese-Trebern gebrannt.
Neun Lagen, die alle auf rund 450 m Seehöhe nahe den dichten Wäldern oberhalb von Radda in Chianti liegen. Diese kleine Region wird oft als eine der besten im Chianti-Classico-Gebiet bezeichnet. Die nahen Wälder und die dahinterliegenden Berge schaffen ein etwas kühleres Klima, vor allem in den Nächten. Viel Wind bläst den Nebel früh aus den Weingärten und trocknet die Trauben gut ab. Die Böden sind steinig und kalkhaltig, was bei Sangiovese oft die filigraneren, eleganteren Weine entstehen lässt. Bis 1997 wurden rund 3.200 Stöcke pro Hektar in Guyot-Erziehung gepflanzt, die neueren Weingärten wurden dichter, mit bis zu 5.000 Pflanzen bestockt und werden in der italienischen Cordone-Speronato-Erziehung kultiviert. Schon immer wurde naturnah bewirtschaftet, seit 2009 wird strikt biologisch gearbeitet, mit eigenem Kompost gedüngt und die Weinkrankheiten mit dem Minimum an Kupfer und Schwefel bekämpft.
"Seit damals sind die Weine des Hauses zu Vorzeigetropfen für das ganze Gebiet geworden und liefern einen Sangiovese, wie er in der Toskana kaum kompletter geboten wird. Unverwechselbar im Stil, originell und voller Ausgewogenheit, haben die Weine Montevertine einen absoluten Spitzenplatz in der nationalen Weinliga eingetragen." Gambero Rosso